Geschafft: Recht auf Ganztagsbetreuung

[07.09.2021] Ab dem Schuljahr 2026/27 haben Eltern und Grundschüler*innen ein Recht auf Ganztagsbetreuung in Grundschulen. Auf den letzten Metern der Legislaturperiode der Bundesregierung einigten sich die Vertreter*innen von Bund und Ländern, die Ganztagsbetreuung verbindlich anzuerkennen und zu finanzieren.

Konzepte und Fachkräfte notwendig
Für alle Eltern von Kleinkindern, die dann als ABC-Schütz*innen zur Schule kommen, ist das eine Erleichterung. Vor allem dann, wenn dem Rechtsanspruch nicht nur baulich Rechnung getragen wird, sondern mit inhaltlichen Konzepten und Fachkräften. Beides gibt es, allerdings nicht zum Nulltarif. So, wie unsere Gesellschaft heute und in naher Zukunft mit Kindern umgeht, gehen sie später mit uns um, wenn sie das Sagen haben.

Fürsorge von Anfang an
Kinder wollen kommunizieren. Experimentieren. Sich ausprobieren. In andere Rollen schlüpfen. Mit anderen sein. Kreativ sein. Geschichten hören. Zuhause, in Kindertageseinrichtungen und Schulen. Begleiten wir sie dabei – Eltern, Erziehende, Lehrende und Vermittelnde. Lese- und Literaturpädagog*innen gehören dazu, spätestens bei der Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung.

 

 

Leseförderung: Besuch im Laden

[07.07.2021] Stimmengewirr im Lieblingsbuch. Zwölf Kinder zwischen acht und elf Jahren und ihre Lehrkräfte besuchen mich im Laden. Heute kommen sie aus der Nachbarstadt, vor nicht allzu langer Zeit aus Albanien, Bosnien, Bulgarien, Italien oder Syrien. Bevor sie sich umsehen, lese ich ihnen Auszüge aus Herz Schmerz von Ulf Nilsson vor.

Mehrsprachige Bilderbücher
Wer entdeckt die Bücher mit ihren Familiensprachen? Die Kinder staunen und die Bücher werden eifrig zur Hand genommen. Gibt es auch ein Buch in georgischer Sprache? Ja, gibt es. Das macht den Schüler und mich froh.

Nach etwa einer Stunde verabschieden sie sich wieder. Auf zum Spielplatz! Schulausflug mit Leseförderung. Ich freue mich, dass der Lieblingsbuch-Laden eine Anlaufstelle dafür ist.

Begegnungen: Bücher und Menschen

[01.07.2021] In Büchern begegnen sich Menschen. Im echten Leben ist das dank sinkender Corona-Zahlen ebenfalls wieder möglich. In meinem kleinen Laden lerne ich neue Menschen kennen, lernen Menschen neue Bücher kennen, entstehen Begegnungen zwischen Büchern und Menschen. Das fängt im Schaufenster an. Erkennen Sie, welches Thema die Bücher im Laden-Schaufenster und im Online-Shop verbindet? Kommen und erzählen Sie es mir!

Wer am 2. Juli als erstes kommt und die Frage beantwortet, darf sich eines der Bücher im Wert bis 14 Euro aussuchen. Ich warte auf Sie!

Eröffnet: Lieblingsbuch

[19.05.2021] Am 15. Mai öffnete sich die Ladentür von Lieblingsbuch – Barbaras Literatur-Laden zum Lesen, Schreiben und Verstehen zum ersten Mal für Gäste. Die kamen reichlich, schauten, staunten und kauften, verweilten und freuten sich über das Kleinod in der Altstadt von Bietigheim.

       

 

Lieblingsbuch-Laden: Eröffnung am 15. Mai

[26.04.2021 “Demnächst” konkretisiert sich:
Am 15. Mai eröffnet Lieblingsbuch – Barbaras Literaturladen zum Lesen, Schreiben und Verstehen in der Pfarrstraße 8 in Bietigheim. Bis dahin füllen sich die Regale mit Kinderbüchern, Romanen und Lyrik; jedes andere Buch kann bestellt werden.

Öffnungszeiten:
samstags: 9 – 14 Uhr
mittwochs – freitags: 10 – 18 Uhr
montags und dienstags nach Vereinbarung

Ich freue mich – auf die Bücher und Sie!

Demnächst: Lieblingsbuch-Laden in Bietigheim


[02.04.2021] Seit 1. April bin ich stolze Mieterin eigener Räume der Altstadt von Bietigheim.
Demnächst – geplant ist im Mai – heißt es dort herzlich willkommen in Barbaras Literatur-Laden zum Lesen, Schreiben und Verstehen – Lieblingsbuch: Zwei Räume für Geschichten (Kinderbuch, Belletristik und Lyrik) für Menschen mit Geschichten in einem Haus mit Geschichte, das im 15. Jahrhundert erbaut wurde. Ein Wohlfühl- und Kraftort, an dem sich Literaturpädagogik und Poesie- und Bibliotherapie verflechten und wirken kann.

Im Showroom wird resilienzfördernde Literatur für Kinder und Erwachsene gezeigt, die in der angeschlossenen Buchhandlung mit Online-Shop erworben werden kann. Montags und dienstags ist nach Vereinbarung geöffnet. An diesen Tagen finden Fortbildungen, Individualberatung und Schreibangebote statt, mittwochs bis freitags ist von 10 – 18 Uhr geöffnet und samstags von 9 – 14 Uhr.

Ich freue mich auf dieses neue Kapitel in meinem Leben, auf die Menschen und (ihre) Geschichten.

Eins mehr: Welt-Down-Syndrom-Tag

 

 

[19.03.2021] Am 21. März ist es wieder soweit und der Welt-Down-Syndrom-Tag steht im Kalender. Seit 15 Jahren – er wurde im Jahr 2006 initiiert – erinnert er daran, dass es Menschen mit einem Chromosomen mehr gibt. Mehr Jungs, als Mädchen, wie auch die beiden empfehlenswerten Bilderbücher und das Jugendbuch zeigen. Sie verschweigen weder die erste Enttäuschung der Eltern, noch die Originalität oder Dickköpfigkeit der Kinder und Jugendlichen, worin sie sich kaum von denen ihrer Altersgenossen unterscheiden. Eins mehr oder weniger – das Leben hat viele Facetten: Down Syndrom oder Trisomie 21 sind eine davon.

Frauentag: Recht auf Bildung und Entfaltung

[08.03.2021] Heute ist internationaler Frauentag. Die Gelegenheit also, um wieder einmal auf die Chancengleichheit von Mädchen und Frauen in aller Welt aufmerksam zu machen. Auf die Ungleichbehandlung, die es leider auch in Deutschland gibt. Wenn nicht an Mädchen und Frauen und ihre Fähigkeiten geglaubt wird. Wenn Frauen in Büchern mit Berufsbildern nur 11 mal vertreten sind, Männer jedoch 21 mal.

Was doppelt bedauerlich ist: Nicht nur, dass gleichermaßen Frauen und Männer alle dargestellten Berufe ergreifen können, wenn sie möchten. Nein, auch die schiere Mehrzahl der männlichen Figuren zeigt, was Mädchen und Frauen zugetraut wird – oder nicht. Darüber kann auch die Internationalität der dargestellten Figuren nicht hinweg trösten. Das ist schade, denn ein Elementarbuch für Kinder ab zwei Jahren wird immer wieder zur Hand genommen und “studiert”. Sein Inhalt prägt und kann deshalb die Aussaat vieler Vorannahmen sein, was Mädchen und Frauen können. Oder nicht können. Damit dieses Buch trotzdem eine positive Wirkung entfalten kann, braucht es viele Gegenentwürfe. Und Fingerspitzengefühl seitens der erwachsenen Bezugspersonen – egal welchen Geschlechts!

Chancengleichheit für Mädchen und Frauen
Einen solchen Gegenentwurf vermitteln jene, die zu dem Bilderbuch über Malala Yousafzai greifen. Denn sie stellen ein mutiges Mädchen, eine mutige junge Frau in den Mittelpunkt ihres Erzählens für Kinder ab acht Jahren:
Malala – Für die Rechte der Mädchen.
Das Bilderbuch endet mit einer Fotodokumentation über Malala Yousafzai, überschrieben mit den Worten „Lernen ist ein Menschenrecht“ (S. 37). Malala fordert dazu auf, die Umsetzung des Rechts „des Kindes auf Bildung […] auf der Grundlage der Chancengleichheit fortschreitend zu erreichen“ (Die Rechte des Kindes, Artikel 28). Ein Recht, an dessen Umsetzung auch in Deutschland immer noch Bedarf besteht, wie internationale Bildungsvergleiche belegen.

Bildungschancen in Deutschland
Vor allem, wenn Kinder – Mädchen und Jungen gleichermaßen – weder aus der Mittel- noch der Oberschicht stammen. Wenn ihnen ihre Eltern nicht bei den Schulaufgaben helfen können. Wenn es keine Menschen in ihrem Umfeld gibt, die an sie glauben. Davon erzählt Christian Baron eindrücklich in seinem autobiografischen Roman Ein Mann seiner Klasse. Nicht umsonst erhielt er dafür den Literaturpreis Aufstieg durch Bildung der Mannheimer noon foundation.

Vorbilder sind gefragt – und Begleiter*innen
Ada Lovelace bekam diese Bildungschance. Obwohl sie ein Mädchen war und im 19. Jahrhundert lebte. Aber sie hatte das Glück, in eine wohlhabende Bildungsbürgerfamilie hinein geboren zu werden. Denn ihre Herkunft alleine hätte im 19. Jahrhundert nicht als Grund für eine umfassende Bildung gereicht. Ada Lovelace hatte sie der Durchsetzungskraft ihrer Mutter zu verdanken. Sie sorgte dafür, dass Ada nicht nur eine schöngeistige, sondern auch eine naturwissenschaftliche Bildung erhielt.
Als Mathematikerin wurde sie zur Pionierin einer Maschine, die aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken ist:
der Computer. Ein technisches Gerät, das in Pandemie-Zeiten einmal mehr die Chancenungleichheit zutage fördert.

Sorgen wir dafür, dass es nicht dabei bleiben muss!

 

Zukunft: Nationaler Lesepakt

[02.03.2021] Gemeinsam sind wir stark. Auch in Sachen Leseförderung. Dafür steht der Nationale Lesepakt. Das Bündnis vereint didaktische, literarische, politische und finanzielle Expertise. Der Bundesverband Leseförderung trägt seinen Teil dazu bei. Folgen den Worten Taten (und Geld, ohne das viele Ideen nichts sind, leider), ist Verbesserung möglich:

Jeder Landkreis erhält eine literaturpädagogische und -agogische Fachberatungsstelle. Bildungseinrichtungen aller Art haben ein Konzept, das literarisches Lernen ermöglicht. Schulbibliotheken werden eingerichtet und kompetent betreut. Weil Lesen Kultur ist. Weil Lesen zum Weltverstehen beiträgt, zum Selbst- und Fremdverstehen. Weil Lesen proaktive Resilienzförderung ist. Und, und, und. Lesen ist nicht das Leben. Aber das Leben bildet sich in Literatur aller Art ab. Wer Lesen kann, kann dieses Füllhorn nutzen. Wer es – noch – nicht kann, ist auf Vermittler*innen angewiesen. Oder bleibt ausgeschlossen.

Für eine schriftbasierte Kultur ist das keine Lösung. Deshalb wurde der Nationale Lesepakt ins Leben gerufen. Beim Gipfeltreffen am 3. März wird das Anliegen der Öffentlichkeit vorgestellt. Fast drei Jahre, nachdem die Autorin Kirsten Boie in ihrer Hamburger Erklärung forderte: Jedes Kind muss lesen lernen! Ihre Beharrlichkeit zahlt sich aus. Wie die vieler Akteur*innen, die sich unermüdlich für die Verbesserung von Lesekompetenz und Vermittlung von Leselust einsetzen. Sie alle sind Teil des Nationalen Lesepakts. Gemeinsam sind wir stark!


“Lesen ist ansteckende Lebensfreude” 

Karin Schmidt-Friedrichs, Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels

Antwort auf die Frage nach der Plakataktion
beim Lese-Summit am 3. März 2021