Mitlesen: Stuttgart liest ein Buch 2019


Das Geheimnis ist gelüftet. Stuttgart liest anlässlich seines stadtweiten Lesefestes den Roman Unter der Drachenwand von Arno Geiger. Die Taschenbuchausgabe ist ab sofort in den Buchhandlungen erhältlich, ein Gewinnspiel lockt und ab dem 1. Juli werden die Stuttgarter*innen zusätzlich auf den lesenswerten Roman neugierig gemacht. Zwischen dem 16. und 27. September erwartet sie nämlich ein vielversprechendes Veranstaltungsprogramm, das die vielschichtigen Themen, die Arno Geiger in seinem Roman zu einem spannenden Sprachkunstwerk verarbeitet hat, allen Leser*innen und Interessierten nahe bringen wird.

Neben weiteren Veranstaltungen wird am 20. September auch ein Abend für Lesekreise stattfinden. Während beim ersten Mal der Austausch und das gegenseitige Kennenlernen im Mittelpunkt standen,  soll es dieses Mal um die Leseerfahrungen gehen, weshalb die Lesekreise eingeladen sind, über die Drachenwand hinaus Literatur zu empfehlen.

Kinderrechte: Recht auf Kenntnis der Herkunft  

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedete am 20. November 1989 in New York das Übereinkommen über die Rechte des Kindes. Am 26. Januar 1990 wurde es von der Bundesrepublik Deutschland unterzeichnet. Während die Politik 30 Jahre später noch immer darüber diskutiert, ob die Selbstverpflichtung Teil des Grundgesetzes werden soll, hat sich die Keimzelle Familie stetig verändert.
Kinder wachsen in Klein- und Großfamilien auf, mit oder ohne Mütter, Väter oder Geschwister. Gemeinsam ist ihnen jedoch allen, dass sie „zur vollen und harmonischen Entfaltung ihrer Persönlichkeit in einer Familie und umgeben von Glück, Liebe und Verständnis aufwachsen sollten“, wie es in der Präambel des Übereinkommens heißt. Kinder, die auf außergewöhnlichem Wege gezeugt wurden, erleben diese liebevolle Zuneigung besonders, weil sie bereits vor ihrer Zeugung Wunschkinder waren. Für Fragen nach ihrer Entstehung bieten die Bilderbücher von Petra Thorn eine sensible Gesprächsgrundlage an.

Fridays for future: Readers for future

Schüler*innen machten es vor, Eltern folgten, Studierende und andere Berufsgruppen ebenfalls. Darunter sind auch Leser*innen, Menschen aller Alters- und Kulturgruppen, für die Klimaziele und soziale Verantwortung Hand in Hand gehen. Lesende, Denkende und Handelnde, die sich, so nehme ich jedenfalls an, eine andere soziale Seite der Postwachstumsgesellschaft von morgen wünschen als jene, die Nicky Singer in ihrem prosaischen, gleichwohl sehr nachdenklich machenden Roman Davor und Danach. Überleben ist nicht genug schildert. Könnte ich ihn auszeichnen, bekäme er von mir das Prädikat sehr zu empfehlen!

21. März: Welttag der Poesie

Mit alten und neuen
Landschaften
in denen ich zuhause bin
neuen und alten Worten
Liedern, Sprüchen, Büchern
verlorenen und wiedergefundenen
Freunden
Freundinnen, Schwestern, Brüdern, Vertrauten
Gefährten
leben
leben

Blicke deuten
Nachdenken

Vor dem Abgrund
Zukunft hoffen
die Augen nicht verschließen
Realitätssinn bewahren
Sich mit Atem zufriedengeben
Dem Leben verantwortlich sein
protestieren
faszinieren

Endlos
Heute
von neuem anfangen
dem Morgen vertrauen

Ein Zwischenzeilengedicht zu Alt und neu von Rose Ausländer

Vorgestellt: Bilderbücher zum Thema Tod und Trauer

 
[22.1.2019] Gut besucht war die Fortbildung in der Stadtbücherei Geisenheim zum Thema Stirbst Du auch? – Tod, Trauer und Trost im Bilderbuch. Das Potpourri der von mir vorgestellten Bilderbücher beinhaltete den Verlust eines Haustieres ebenso wie den Tod des Großvaters, der Mutter oder einer Freundin. Die Bilderbuchauswahl ist mannigfaltig, doch nicht jedes Bilderbuch eignet sich für jede Situation. Sie zu kennen und einschätzen zu können, heißt, im Bedarfsfall das geeignetste Bilderbuch empfehlen zu können. Damit dessen Worte wirken und trösten, so wie Papas Worte in Papas Arme sind ein Boot.
Dass Kindheit auch ohne einen Todesfall nicht nur aus eitel Sonnenschein besteht, erzählt Auch solche Tage gibt es eindrucksvoll.

Petition: Jedes Kind muss Lesen lernen

Gestärtkt durch die Unterstützung von rund 110.000 Unterzeichner*innen überreichte Kirsten Boie am 6.12.2018 persönlich die Hamburger Erklärung für mehr und bessere Leseförderung Jedes Kind muss Lesen lernen an Bundesbildungsministerin Anja Karliczek. Bei der Übergabe sagte Kirsten Boie: “Es wird sehr viel günstiger, jetzt in die Bildung zu investieren, als später die Folgekosten des Versäumten zu tragen. Das Thema Lesen erscheint im Vergleich zur Digitalisierung altmodisch – dabei ist es viel fundamentaler. Davon, ob die Menschen lesen können, hängt für uns alle sehr viel mehr ab.”  Die Kultusministerkonferenz greift das Thema bei ihrer nächsten Sitzung auf.

Mich beschäftigte das Thema in den letzten Wochen bei der Vorbereitung, Durchführung und den Gesprächen mit den Teilnehmer* innen meiner Kurse und Seminare, denen die Zukunft der Kinder nicht egal ist, ebenfalls sehr.

Veranstaltungstipp: Wenn Worte fehlen

[7.9.2018] Hilfreiche Bilderbücher zur Trauerbewältigung werden von mir am Donnerstag, 20. September, ab 18 Uhr bei Thabea Seitel Floristik & Café vorgestellt.  „In der Achterbahn des Lebens ist nichts sicher, abgesehen vom Tod“ – dennoch führt seine Konfrontation häufig zu peinlicher Berührtheit oder Sprachlosigkeit. Literatur kann ein Ausweg für Angehörige und Freunde sein, insbesondere Bilderbücher, von denen Kinder und Erwachsene gleichermaßen angesprochen werden. Solche, die berühren, trösten, Freiräume zulassen oder – gemeinsam mit den Illustrationen – Zuversicht und (neue) Lebensfreude wecken, stelle ich an diesem Abend vor.
Donnerstag, 20.9.2018, Thabea Seitel, St. Peter-Weg 24, 74321 Bietigheim-Bissingen.
Einstimmung ab 18:00 Uhr; Vortrag und Gespräch 19:00 – 19:45 Uhr, anschließend Zeit für Fragen und Gespräche in lockerer Atmosphäre. Kostenbeitrag: € 5,-